Wohnen7 Min. Lesezeit · Aktualisiert: 2026-08-28

Mietbetrug bei Erasmus: Warnzeichen und wie Sie sich schützen

Die wiederkehrenden Muster beim Mietbetrug gegenüber Studierenden, die aus dem Ausland mieten, wie man Inserat und Vermieter prüft und was vor jeder Zahlung zu tun ist.

Erasmus-Studierende sind ein ideales Ziel für Mietbetrug: Sie mieten ungesehen, kennen die Stadt nicht, sprechen oft die Sprache nicht, stehen unter Zeitdruck und müssen vor Semesterbeginn eine Adresse vorweisen. Betrüger nutzen alle vier Druckpunkte gleichzeitig.

Die gute Nachricht: Die Muster ändern sich kaum. Treten zwei der folgenden Zeichen zusammen auf, ist das Inserat mit hoher Wahrscheinlichkeit gefälscht.

Warnzeichen

Der Preis liegt deutlich unter dem Markt. Das stärkste Signal. Ein Einzelzimmer für 350 € im Zentrum von Amsterdam gibt es nicht. Ohne die reale Preisspanne der Stadt können Sie kein Inserat beurteilen — deshalb ist das die erste Aufgabe.

Der Vermieter ist "im Ausland" und kann die Wohnung nicht zeigen. Die klassische Geschichte: beruflich verreist, schickt die Schlüssel per Post, braucht vorher die Kaution. Ein echter Vermieter zeigt die Wohnung, selbst oder über jemanden.

Ein Videoanruf wird abgelehnt. Wenn Sie nicht vorbeikommen können, bestehen Sie auf einer Live-Führung. Ausreden an dieser Stelle beenden das Gespräch.

Man will die Plattform verlassen. "Machen wir es über WhatsApp, dann sparen wir die Gebühr" dient dazu, den Zahlungsschutz auszuschalten. Bleiben Sie im Nachrichtensystem der Plattform.

Nicht rückholbare Zahlungswege. Western Union, Krypto, Gutscheinkarten oder Überweisung auf ein nicht überprüfbares Privatkonto. Keiner davon hat einen Rückweg.

Künstliche Dringlichkeit. "Drei andere warten, überweisen Sie heute." Auch seriöse Vermieter handeln schnell, hindern Sie aber nicht daran, Angaben zu prüfen.

Der Anzeigentext steht auch anderswo. Suchen Sie einen Satz in Anführungszeichen. Taucht derselbe Text in anderen Städten auf, wurde er kopiert.

Fotos wirken zu professionell und uneinheitlich. Machen Sie eine Rückwärtsbildsuche; die Bilder stammen womöglich von einem Maklerportal oder einer Hotelseite.

Bevor Sie Geld senden

  1. Preis mit dem Markt vergleichen. Fragen Sie im Raum der Stadt; Studierende vor Ort kennen die reale Spanne. Ihre Stadt finden Sie auf der Räume-Seite.
  2. Live-Videoführung verlangen. Lassen Sie den Vermieter durch die Wohnung gehen und bitten Sie um etwas Spontanes ("zeigen Sie mir bitte den Blick aus dem Fenster"). Ein vorab aufgenommenes Video kann das nicht leisten.
  3. Ausweis und Eigentumsnachweis erfragen. Danach zu fragen ist normal, nicht unhöflich. Eine Verweigerung hat einen Grund.
  4. Adresse auf der Karte prüfen. Existiert das Gebäude in der Straßenansicht und passt es zu den Fotos?
  5. Vertrag lesen. Miete, Kaution, wer die Nebenkosten zahlt, Kündigungsbedingungen und Fristen müssen schriftlich stehen. Zahlen Sie nie ohne Vertrag.
  6. Zahlungsgeschützten Weg nutzen. Studentische Plattformen halten das Geld, bis Sie eingezogen sind. Eine Provision ist billiger als der Verlust der gesamten Kaution.

Zusätzliche Prüfung in Ländern mit Meldepflicht

In den Niederlanden und in Deutschland ist die Anmeldung des Wohnsitzes (inschrijving / Anmeldung) verpflichtend und erfordert ein Dokument des Vermieters — in den Niederlanden Mietvertrag oder Erlaubnis des Vermieters, in Deutschland die *Wohnungsgeberbestätigung*.

Das ist für sich genommen ein starker Filter: Weigert sich der Vermieter, dieses Dokument auszustellen, wird entweder schwarz vermietet oder es gibt die Wohnung nicht. Lassen Sie sich vor der Unterschrift schriftlich bestätigen, dass er es liefert. Einzelheiten in den Ratgebern zu den Niederlanden und Deutschland.

Wenn Sie betrogen wurden

Kurz gesagt

Senden Sie kein Geld ohne konkreten Nachweis über Wohnung, Person und Vertrag. Jedes Angebot, das Sie hetzt, hetzt Sie genau deshalb — um diese Prüfung zu verhindern.

Am schnellsten erfahren Sie reale Preise und bekannte Problemanzeigen, indem Sie Studierende fragen, die schon dort sind.