Budget8 Min. Lesezeit · Aktualisiert: 2026-08-28

Erasmus-Budget: Was ein Auslandssemester wirklich kostet

Von den Kosten vor der Abreise bis zu den monatlichen Lebenshaltungskosten — eine realistische Budgetplanung mit echten Zahlen nach Ländern.

Der häufigste Fehler bei der Erasmus-Budgetplanung ist, alles auf eine einzige Monatszahl zu reduzieren. Tatsächlich besteht die Ausgabe aus zwei getrennten Blöcken: Startkosten, die vor der Abreise anfallen und größtenteils nicht zurückkommen, und laufende monatliche Lebenshaltungskosten vor Ort. Das Stipendium deckt den zweiten Block teilweise ab — den ersten so gut wie gar nicht.

Dieser Beitrag trennt beide, mit echten Zahlen.

Block 1: Kosten vor der Abreise

Diese Beträge verlassen Ihr Konto, bevor das Semester beginnt, und die erste Stipendienrate kommt häufig erst danach. Sie brauchen also Startkapital.

Wer nach Deutschland geht: das Sperrkonto

Deutschland steht auf dieser Liste gesondert. Für das Visum müssen 11.904 € auf einem Sperrkonto liegen, ausgezahlt mit höchstens 992 € pro Monat. Das ist keine Ausgabe — es ist Ihr Geld. Aber es muss bei der Antragstellung vorhanden sein, Sie brauchen also Zugriff auf diesen Betrag.

Die echten Kosten sind die Anbietergebühren: 119–159 € Einrichtung plus 9–9,90 € monatlich, im Jahr also 220–280 €.

Die vollständige Reihenfolge steht im Deutschland-Ratgeber.

Block 2: Monatliche Lebenshaltungskosten

Hier gehen die Länder deutlich auseinander. Mit demselben Stipendium lebt man in Polen bequem und in den Niederlanden knapp.

Miete — der entscheidende Posten

OrtEinzelzimmer (monatlich)
Krakau1.800–2.300 zł (ca. 420–540 €)
Deutschland (je nach Stadt)400–800 €
Niederlande600–800 €

Studentenwohnheime liegen überall deutlich unter dem Markt, aber die Plätze sind begrenzt und die Bewerbung öffnet Monate vor Semesterbeginn. Ein verpasster Wohnheimplatz ist die eine Entscheidung, die das Budget verdoppeln kann.

Prüfen Sie immer, ob Nebenkosten enthalten sind — in Polen sind sie es meist nicht.

Weitere laufende Kosten

Wie weit reicht das Stipendium?

Das Erasmus-Stipendium wird nach Ländergruppen festgelegt und ist nicht darauf ausgelegt, die Lebenshaltungskosten vollständig zu decken — es ist ein Zuschuss. In der Praxis:

Ihren eigenen Betrag entnehmen Sie der Liste Ihres Erasmus-Büros; er hängt von Ländergruppe und Studienjahr ab. Wie und wann gezahlt wird, ist ein eigenes Thema — siehe Auszahlung des Stipendiums.

Eine realistische Planungsmethode

  1. Startkosten addieren. Visum, Versicherung, Flug, Kaution und gegebenenfalls die Sperrkontogebühr. Auf diese Summe brauchen Sie vor der Abreise Zugriff.
  2. Monatsbetrag schätzen. Miete plus Nebenkosten plus 250 € (Essen, Nahverkehr, Telefon) ist ein solider Ausgangswert.
  3. Stipendium abziehen und die Lücke mit der Monatszahl multiplizieren. Das Ergebnis muss aus Ersparnissen oder von der Familie kommen.
  4. Reisebudget getrennt halten. Das häufigste Erasmus-Bedauern ist, am Ende kein Geld mehr fürs Reisen zu haben. Eine zehntägige Mitteleuropa-Runde kostet 450–700 €; auf den Routenseiten stehen vollständige Budgetaufstellungen.
  5. Einen Monat Puffer lassen. Kautionen kommen spät zurück und die zweite Stipendienrate kann erst nach Semesterende eintreffen.

Die häufigsten Budgetfehler

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